SVW steht auch für Energie

Seit seiner Gründung im Jahre 1981 steht SVW für «Schweizerischer Verband für Wärme- und Wasserkostenabrechnung». Dieser Name greift zu kurz. Ab sofort firmiert der Verband unter dem Titel «SVW Schweizerischer Verband für Energie- und Wasserkostenabrechnung».

Die Messung und Abrechnung von Energie in zentral beheizten Mehrparteienhäuseren war von Anfang an ein Kernthema des Verbandes. Vorerst wurde darunter nur die thermische Energie (Wärme) verstanden. Zunehmend wurde auch die Messung und Abrechnung von Kälteenergie zum Thema, da durch die Klimaerwärmung vermehrt Kühlbedarf in den Gebäuden besteht. Mit dem Einzug von Wärmepumpen und dem Bedarf an Lösungen für das Energiemonitoring beschäftigen sich die Mitgliedsfirmen des SVW seit Jahren auch mit der Messung und Abrechnung von elektrischer Energie. In hochmodernen Bauten ist eine gesamtheitliche Betrachtung der Energieflüsse für ein transparentes Energie- und Kostenmanagement ohnehin unabdingbar. Der Verband passt daher seinen Namen seiner aktuellen Bestimmung an und ersetzt Wärme durch den allgemeinen Begriff Energie. Ab sofort firmiert der Verband mit «SVW Schweizerischer Verband für Energie- und Wasserkostenabrechnung».
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Abrechnungsmodell für Energie und Wasser VEWA

Nun auch mit den Regeln für Altbauten!

Im Juni 2017 wurde das Modell zur verbrauchsabhängigen Energie- und Wasserkostenabrechnung (VEWA) vom Bundesamt für Energie publiziert. Die darin enthaltenen Richtlinien sind zur Anwendung für alle Neubauten mit Erstabrechnung der Nebenkosten ab dem Jahre 2018 empfohlen. Die Nachfrage nach dem neuen Abrechnungsmodell war gross. Nur noch wenige gedruckte Exemplare sind verfügbar. Daher wurde die Erstausgabe überarbeitet und nun auch mit den Empfehlungen für die Abrechnung von Altbauten ergänzt. Damit ersetzt die VEWA, Auflage 2 das alte Modell für die verbrauchsabhängige Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung (VHKA) aus dem Jahre 2004 komplett. Die aktuelle Ausgabe 2 der VEWA ist ausschliesslich online verfügbar (z.B. über unsere Verbandswebseite SVW oder das Webportal des Bundeamtes für Energie BFE). Ab 2018 gelangt nun auch die Stromabrechnung in die Nebenkostenabrechnung von Gebäuden mit mehreren Nutzeinheiten und selbst genutztem Solarstrom. Die Abrechnung solcher „Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch ZEV“ ist somit ein weiterer Bestandteil der Energie- und Wasserkostenabrechnung und soll in der nächsten Auflage in die VEWA integriert werden. Diese dritte Auflage soll bis Ende 2018 verfügbar sein, auch in gedruckter Version.

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Universitätsstudie: Neubauten bergen grosses Verschwendungspotential!

In Deutschland, wo sämtliche Gebäude seit 2007 über einen Energieausweis verfügen müssen, zeigen sich massive Unterschiede zwischen sogenannten Energieverbrauchsausweisen und Energiebedarfsausweisen. Beim verbrauchsbasierten Energieausweis wird auf den tatsächlichen Verbrauch abgestellt. Beim bedarfsbasierten Energieausweis wird der erwartete Verbrauch ermittelt, entsprechend dem energetischen Standard. Dabei wird ein normiertes Benutzerverhalten unterstellt.

Jetzt zeigt sich, dass in teil- und unsanierten Gebäuden oft weniger Energie verbraucht wird, als im Energiebedarfsausweis errechnet. Die Bewohner haben sich sparsamer verhalten, als im Modell unterstellt wird. Im Gegensatz dazu zeigt sich in sanierten und neuen Gebäuden, dass der effektive Verbrauch häufig über dem errechneten Energiebedarf liegt. Dieses Phänomen wird als Rebound-Effekt bezeichnet.

Die technische Universität Dresden hat im Jahre 2013 dieses Verhalten durch eine grossangelegte Studie eindrücklich bestätigen können. Der Energieverbrauch für unterschiedliche Gebäudeklassen ist in einer Simulation errechnet worden. Dabei ist nach Grösse, Baualter und Versorgungsart differenziert und ein bestimmtes Nutzerverhalten unterstellt worden. Diese Daten sind mit real gemessenen Verbräuchen aus 3,3 Millionen Heizkostenabrechnungen verglichen worden.

 

Erst nach Anpassung der Simulationsparameter durch Variation von Raumtemperatur und Luftwechsel haben die tatsächlichen Verbrauchsdaten nachvollzogen werden können. Es zeigte sich, dass sich die Nutzer weitaus unterschiedlicher verhalten, als im standardisierten Verfahren unterstellt.  Sie sind in teil- und unsanierten Bauten sparsamer, indem sie die Beheizung stärker auf die Raumnutzung anpassen und bewusster lüften. In modernen Gebäuden hingegen schlägt der sogenannte Rebound-Effekt zu. Die Bewohner wissen, dass die Wohnung einen geringen Energiebedarf hat, woraus eine gewisse Laissez-Faire-Haltung resultiert. Der erwartete niedrige Energieverbrauch tritt so nicht ein.

 

Raumtemperaturen und Baustandard

 

"Verschwendungspotential" nach Baustandard

 

Diese Grafik zeigt die Messungen der Raumtemperaturen in den unterschiedlichen Gebäudeklassen. Dabei kann mit zunehmender energetischer Qualität, eine deutliche Erhöhung der mittleren Raumtemperatur festgestellt werden.

Eine Erhöhung der mittleren Raumtemperatur um 2 Kelvin wirkt sich auf die unterschiedlichen Gebäudealter und -qualitäten unterschiedlich aus. Die proportionale Verbrauchsänderung variiert von 19,1% bis 23,2%. Das heisst, in modernen Bauten ist der proportionale Einfluss des Nutzerverhaltens grösser als in Bestandesbauten.

 

Studie Uni Dresden 

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