Standardmodell für die verbrauchsabhängige Wasserkostenabrechnung
Die Kosten für Frischwasser, Abwasser und Warmwassererzeugung nehmen tendenziell laufend zu. Damit Wohnungsnutzer ihren eigenen Verbrauch bezahlen, werden bereits in jedem zweiten Neubau Wasserzähler installiert. Für die Kostenabrechnung gab es bisher keine Richtlinie – das ändert nun ein neues Abrechnungsmodell für die verbrauchsabhängige Wasserkostenabrechnung (VWKA), welches vom Schweizerischen Verband für Wärme- und Wasserkostenabrechnung SVW ausgegeben wird.
Wasser ist selbst in der Schweiz ein kostbares Gut. So bezahlt man in einer Durchschnittswohnung für den Warm- und Kaltwasserverbrauch bis Fr. 1'000 pro Jahr. Da die Konsumdifferenzen zwischen vergleichbaren Wohnungen enorm sind, kommen vermehrt Wohnungswasserzähler zum Einsatz. Auch bei Altbauten werden immer häufiger Messgeräte nachgerüstet, um künftig eine gerechte Abrechnung zu gewährleisten. Währenddem für die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung (VHKA) ein Abrechnungsmodell vorhanden ist und von der Branche angewandt wird, fehlte bisher eine ähnliche Grundlage für die verbrauchsabhängige Abrechnung der Wasserkosten. Dabei stellen sich Fragen, wie z.B. Anteil Grundkosten, Detaillierungsgrad, Abrechnung allgemeine Waschmaschinen…?
Das Abrechnungsmodell für die verbrauchsabhängige Wasserkostenabrechnung (VWKA) gibt auf diese Fragen Antwort. Die empfohlene Abrechnungsstruktur stützt sich auf umfangreiche Untersuchungen der Wasserkosten und der Verbrauchsarten in Mehrfamilienhäusern. Im Anhang der Broschüre sind die statistischen Resultate dieser Untersuchungen ersichtlich. Das Abrechnungsmodell zeigt den Aufbau der Abrechnung anhand von Beispielen zu Kostenaufstellung, Ablesequittung und Wohnungsabrechnung. Ebenfalls wird auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die technischen Voraussetzungen eingegangen. Die VWKA steht häufig in engem Zusammenhang mit der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung (VHKA). Beide Systeme sollten technisch und administrativ aufeinander abgestimmt sein, wodurch die Wasserkostenabrechnung mit geringem Mehraufwand realisiert werden kann.
Ein Rechtsgutachten bestätigt die Vereinbarkeit des Abrechnungsmodells mit dem geltenden Mietrecht. Die Anwendung des Modells bei verbrauchsabhängiger Abrechnung wird auch vom SVIT Schweiz (Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft) und dem Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverband Deutschschweiz empfohlen. Da sich mit dem Schweizerischen Verband für Wärme- und Wasserkostenabrechnung alle schweizweit tätigen Abrechnungsfirmen nach dem neuen Abrechnungsmodell richten, dürfte in Zukunft eine möglichst einheitliche Abrechnungspraxis gewährleistet sein.

Neue Broschüre (bestellen): Abrechnungsmodell zur verbrauchsabhängigen Wasserkostenabrechnung (VWKA).
Verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung (VHKA) – spart Kosten und schont die Umwelt
Bei sommerhaftem Frühling und frühlingshaftem Winter wird einem die Klimaerwärmung stark ins Bewusstsein gerufen. Auch wenn sich das Wetter hierzulande wieder den üblichen Klimaverhältnissen nähert, so steht global gesehen (und da ist sich die überwiegende Wissenschaft einig) fest, auf der Erde wird’s wärmer - für Viele und Vieles zu heiss. Die Senkung des Kohlendioxidausstosses (CO2) ist ins Zentrum energiepolitischer Diskussionen gerückt.
Bei all den modernen Technologien die den Verbrauch senken oder alternative Energien nutzen steht nach wie vor das Nutzerverhalten als eines der grössten Sparpotentiale im Raum. Bleiben die Fenster im Winter gekippt, heizt man im bestisolierten Haus nach draussen. In neueren Mehrfamilienhäusern (ab ca. 1991) ist daher die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung (VHKA) Vorschrift. Aber auch in bestehenden Gebäuden lässt sich mit gerechter Abrechnung der Wärmekosten bares Geld sparen und die Umwelt schonen. Der durchschnittliche Wohnungsnutzer spart bei verbrauchsabhängiger Abrechnung durchschnittlich 200 Liter Heizöl pro Jahr. Bei jährlichen Gesamtkosten von Fr. 100 für Geräte und Abrechnungsservice ist die VHKA ab einem Ölpreis von bereits Fr. 50 pro 100 Liter wirtschaftlich – tiefer ist der Tarif seit 2004 nicht mehr. Das gesamte Sparpotential in der Schweiz entspricht einem Tankzug von 47 km Länge und einer Reduktion von 700'000 Tonnen CO2.
Für die Messung kommen bei Neu- und Umbauten Wärme- und Warmwasserzähler zum Einsatz, welche die Versorgung der einzelnen Wohnungen zentral messen. Bei älteren Gebäuden mit mehreren Steigzonen erfolgt die Messung direkt an den Heizkörpern, mit elektronischen Heizkostenverteilern. Die Ablesung erfolgt mit modernster Technik per Funk oder über eine Datenzentrale, ohne Betreten der Wohnungen. Heutige Technologien erlauben auch die verbrauchsabhängige Abrechnung der Frisch- und Abwassergebühren. Bei den Wasserkosten ist der Nutzen vielerorts noch grösser, da dort die Konsumdifferenzen und Sparmöglichkeiten besonders gross sind. Die verbrauchsabhängige Abrechnung gewinnt vor allem durch die gerechte Methode an Bedeutung, da Energie und Wasser in Zukunft noch teurer werden. Unter anderem ab 2009, wenn die CO2-Abgabe erhoben und der Liter Heizöl noch einmal 6 Rappen teurer wird.
Schafft gerechte Verhältnisse: Wärmemessung und verbrauchsabhängige Abrechung.
-----
Baden auf Nachbars Kosten
Weil die Bade- und Duschgewohnheiten stark variieren, weist der individuelle Wasserverbrauch grosse Unterschiede auf. Auch in anderen Bereichen, wie Küche, WC, Waschen, Pflanzengiessen, Autowaschen usw., offenbaren sich erhebliche Verbrauchsdifferenzen. Für identische Wohnungen werden oft Verbauchsunterschiede im Verhältnis 1:10 festgestellt. Bei der herkömmlichen Kostenverteilung, die sich auf die Wohnungsgrösse bezieht, entstehen dadurch schmerzliche Ungerechtigkeiten. Die Sparsamen Zahlen für den verschwenderischen Verbrauch ihrer Nachbarn. Dass der Unmut der Geprellten immer grösser wird, ist so verständlich wie ihr Ruf nach mehr Gerechtigkeit nach dem Verursacherprinzip. Letzterem kann mit der Erfassung des individuellen Verbrauchs und mit der verbrauchsabhängigen Abrechnung entsprochen werden. Die Broschüre "Endlich gerecht abrechnen", zeigt auf, wo und wie mehr Gerechtigkeit hergestellt und wo Sparpotenziale brach liegen. Sie ist erhältlich bei SVW-ASC, PF 133, 9475 Sevelen.